Tiefer Verbunden - Netzwerk für menschliche Nähe und emotionale Unterstützung.

Einsamkeit, Süchte, Ängste dem Leben gegenüber und wiederkehrende Schwierigkeiten mit sich Selbst und anderen Menschen sind Ausdruck unverarbeiteter Emotionen. Wir brauchen die emotionale Verbindung zu uns Selbst und Anderen. Kein Mensch sollte damit alleine sein, wie es ihm geht.



Was ist das Problem?

Viele Menschen fühlen sich einsam - auch, wenn sie unter anderen Menschen sind. Sie empfinden ihr Leben als unbefriedigend oder gar schmerzhaft und mühsam und vermissen die seelische Wärme mit anderen Menschen, tieferen Sinn, ihre Lebenskraft und Freude.

Von dieser Verbindungslosigkeit werden wir in der Regel erschöpft, antriebslos, frustriert und angespannt und vermissen die Lebensfreude. Zur Bewältigung eines solchen Alltag gehören Zwänge und beruhigende Ablenkungen und Süchte, von "normal" (z.B. Fernsehen, Handy, Arbeit) bis sehr deutlich (z.B. Substanzabhängigkeit), die uns Halt geben und die Emotionen in Schach halten.

In Beziehung zu uns Selbst und anderen Menschen können wir immer wieder ähnlichen Schwierigkeiten begegnen und es fehlt uns womöglich eine erfüllende, vertrauensvolle Nähe zu Anderen, die uns Halt, Entspannung, körperliche und seelische Sättigung gibt.

Wir leben in einer Kultur, in der eine starke Unterströmung von Angst und Beschämung herrscht. Dafür, so zu sein, wie wir sind - mit abgründigen Emotionen, mit Hilflosigkeit, mit Wut und Trauer, mit Schmerz und mit unserer tiefen Liebe, Zärtlichkeit und Lebenskraft.

Eine Kultur, die solche Angst vor dem Leben und seinen Emotionen hat, dass sie den Tod und alles Abgründige ausblenden und damit das Leben selbst unterdrücken und kontrollieren will. Die die den natürlichen Zyklus von Sterben und Wiedergeboren-Werden tabuisiert und nicht als notwendigen Teil des Lebens anerkennen will. Und statt dessen predigt, stets fröhlich zu sein, ununterbrochen zu wachsen, zu funktionieren und sich möglichst konform zu verhalten, um die ganze Theaterkulisse nicht zu stören. Darunter leidet die Wahrheit, die Lebenskraft und unsere Beziehungen zu uns und Anderen.

Woher kommt das?

Meist ganz früh im Leben haben fast alle von uns sich an die leisen oder lauten Forderungen und Defizite unserer Eltern und Kultur angepasst, Trauma erlitten und unsere Emotionen und Energie unterdrückt, verleugnet und uns an eine falsche Kultur angepasst, um überleben und dazugehören zu können. Wir haben schmerzhafte und schockierende Erfahrungen gemacht, die uns überforderten und die wir tief in uns vergruben. Und wir haben uns aufgrund dessen Urteile gebildet und einengende Gesetze erlassen bezüglich uns Selbst, den Menschen und diesem Leben. 

Unsere Glaubenssätze sind meist Variationen davon, dass wir Selbst nicht (liebens)wert und falsch seien und uns aus irgendeinem Grunde dieses Leben und das Glück nicht ganz zusteht. Und dass diese Welt und die Menschen darin nicht vertrauenswürdig seien.

Unsere Körper transportieren eingefrorenen Schmerz, unerlebte Erlebnisse. Wir haben unsere Lebenskraft mit eigenen Entscheidungen unterdrückt. Unsere wahren Bedürfnisse, tiefen Lebensmotivationen ins Unbewusste verschoben und hinter negativen Urteilen versteckt. Wir ziehen uns in 'Fantasien' und Gedanken zurück, die unser Leben gestalten und nehmen Körper und Seele nicht mehr gut wahr.

Wir haben uns eine Schauspiel-Rolle, ein Selbstbild erschaffen, dass einst unser Überleben sichern sollte, fahren Strategien und manipulieren Andere (meist unbewusst), um irgendeine Art von Aufmerksamkeit zu bekommen und wenigstens formale Zugehörigkeit zu sichern. Das sabotiert unsere wahre Kraft. Und es ist so tragisch, dass das nie unsere tiefe Sehnsucht sättigen kann, so angenommen zu werden, wie wir wirklich sind!

Wie können wir das ändern?

Indem wir lernen, uns unseren Empfindungen und Emotionen - also Körper und Seele wieder zuwenden, in allen Lebenslagen. Indem wir aufhören, unsere Gedankenwelten für wirklicher zu halten, als das, was wir fühlen - unzensiert.

Indem wir unserer Sehnsucht nach echtem Leben nachgeben und Bereitschaft zeigen, die Kontrolle aufzugeben und das Risiko der Lebendigkeit und Verletzlichkeit wieder einzugehen. 

Alle Emotionen und Wahrnehmungen, die uns (besonders auch im Kontakt zu Menschen) begegnen, sind die Wegweiser zu unserem echten Selbst. Sie zeigen uns stets, was wir wirklich brauchen und was wir wirklich wollen.

Das innere Kind ist eine populäre Metapher für diese verbuddelten Emotionen. Wir müssen sie neugierig, geduldig und achtsam erforschen! Unsere Reaktionen und Haltungen im Alltag beobachten und die Muster entdecken, die unser Leben um die Emotionen herum lenken. Gerade in Situationen, in denen wir normalerweise wie automatisch reagieren, nur noch flüchten, kämpfen oder einfach zusammenbrechen wollen. 

Wir brauchen uns Selbst! Damit endlich jemand für unseren vernachlässigten Schmerz, unsere Wut, Zärtlichkeit und Trauer da ist, ihnen Ausdruck verleiht und sich um unsere wahren menschlichen Bedürfnisse kümmert!

Und wir brauchen Andere, die uns mit ihrer Wahrnehmung helfen, herauszufinden, wie es uns gerade geht! Denn das ist manchmal nicht leicht, weil wir es verlernt haben. Wenn wir uns einander in kleinen Schritten mehr zeigen, wer wir wirklich sind - auch mit unserer Angst und Zweifeln, mit Hilflosigkeit, Bedürftigkeit und Verletzlichkeit, dann können wir uns über alle Maßen unterstützen! Wir werden uns Selbst und den Menschen wieder Freund und unsere Welt kann sich Stück für Stück zu einer schöneren verändern.