Tiefer Verbunden - Mit Deinem Leben und den Menschen


Viele fühlen sich einsam


Einsamkeit, Süchte, Depression, Selbstwertmangel, verschiedenste Probleme in Beziehung zu anderen Menschen, Sinnlosigkeit oder psychosomatische Beschwerden sind verbreitet. Das ist meistens auf Trennung zurückzuführen. Wir sind von unserer Lebenskraft getrennt, von unseren tiefen Emotionen und unserer Freude an dieser Welt - das heisst vor allem auch: von unserem Körper.

 

Wirklich in dieser Welt und Anderen nah zu sein, heißt, mit den Emotionen im Körper in Kontakt zu sein - dem Strom unserer Lebenskraft. Der Körper ist unser Zuhause, wenn wir ins Leben kommen. Nur durch ihn berühren wir diese Welt zärtlich oder kraftvoll - und sie uns. Unsere Gedanken können das nicht. Sowohl unsere biologischen und sozialen Grundbedürfnisse als auch unser seelisches Potential, unsere Lebensmotivationen als Mensch drücken sich von Moment zu Moment im Körper aus und die Erfüllung ist befriedigend und sinnstiftend. 


Unsere Lust auf dieses Leben


Meine Erfahrungen und Beobachtungen zeigen heute: Wir alle kamen mit großer Lust auf dieses Leben in die Welt! Dass wir hier sind, beweist das. Weil wir in unserem Körper auf dieser Welt ganz ankommen, mitmachen, uns einbringen und verwurzeln wollen. Weil wir erschaffen, unsere Fähigkeiten und unsere Liebe lebendig teilen und ausdrücken wollen. Wir bringen unser seelisches Potential mit, wie einen Samen, erhalten einen Körper, durch den strömt Lebensenergie, um unser Potential zu entfalten, um uns lustvoll, zärtlich, kraftvoll mit der Welt verbinden und in sie hineinwirken zu können. 

 

Dann kommen uns meist früh im Leben Ereignisse in die Quere, die uns in unserer empfindsamen Seele erschüttern können und so kann es passieren, dass wir uns innerlich wieder zurückziehen in einen Sicherheitsabstand. Aus unserem Körper - denn hier sind die unangenehmen Emotionen - und damit ein Stück weit aus dieser Welt. Diese Trennung erzeugt Probleme.


Leben oder Überleben


Für die meisten von uns gab es im Laufe der Kindheit - manchmal schon ab der Schwangerschaft oder im späteren Leben - Momente, in denen ein Ereignis oder bestimmte Verhältnisse dazu führten, dass wir Entscheidungen gegen unsere eigenen Emotionen, gegen unsere Lebenskraft trafen. Das ist uns später normalerweise erstmal nicht bewusst. Dabei ging es in der Regel darum, das eigene körperliche oder seelische Überleben zu sichern. Vielleicht haben wir uns den ausgesprochenen oder stillen Forderungen wichtiger Bezugspersonen unterworfen, um unsere Zugehörigkeit und Versorgung - also unser Überleben zu sichern. Oder uns von bedrohlichen Gefühlen in uns abgeschnitten, die so stark waren, dass wir glaubten, sie nicht aushalten zu können. 

 

Gleichzeitig entwickeln wir Haltungen und Grundannahmen über uns und diese Welt, die unsere Wahrnehmung künftig wie starre Brillen verzerren. Wir können sie nicht sehen, doch sie bestimmen, wie wir die Welt und uns selbst erleben. Meistens haben die die Färbung, dass die Welt ein gefährlicher Ort ist und/oder wir selbst nicht gut und liebenswert seien. Wir haben dann ganz individuelle Strategien entwickelt, das Leben in uns und um uns herum zu unterdrücken und zu kontrollieren und uns gleichzeitig Befriedigung zu verschaffen. Manche davon sind unangenehmer für uns, manche für Andere. In jedem Fall erzeugt es Leid.


Deine Emotionen sind wichtig - und zwar alle!


Wir brauchen unsere Emotionen. Sie wollen alle gefühlt, verdaut und verstanden werden! Unsere Gesellschaft hat leider noch keinen besonders guten öffentlichen Umgang mit starken Emotionen gefunden. So viel Leid von Menschen bleibt ungesehen, soviel Schmerz über schlimme Erfahrungen ungeteilt. Viele bekommen von unserer Kultur vermittelt, dass es nicht erwünscht ist, wenn sie zeigen, dass sie traurig sind, wütend, sich hilflos, einsam oder verzweifelt fühlen. Das würde die meisten Anderen mit ihren eigenen Emotionen konfrontieren.

 

Alles Abgründige, Dunkle, der Tod im weiteren Sinne haben in unserer (kapitalistischen) Gesellschaft oft wenig Raum, obwohl sie ein bedeutender Teil des Lebens sind! Auf dieser Erde zu sein, bedeutet, mit Abgründen, mit Verlust und letztlich mit absoluter Machtlosigkeit konfrontiert zu sein. Das ist Teil des Lebens und jeder kennt das!

 

Auch der ungehemmte Ausdruck von Liebe, Freude und Zärtlichkeit auf der anderen Seite ist durch unausgesprochene Normen meist begrenzt. Das heißt, das Leben selbst wird unterdrückt dadurch. Dabei wollen Emotionen einfach da sein dürfen und gefühlt und ausgedrückt werden! Außerdem sind wir Verbindungswesen und brauchen andere Menschen, um gesehen und gehört zu werden mit dem was uns bewegt. Dann können Gefühle ihren innersten Gehalt offenbaren, uns bewegen, werden sich natürlich verändern und lassen uns reifen.

 

Weil wir sehr stark auf Zughörigkeit ausgerichtet sind, nehmen wir sehr fein wahr, dass wir uns der Beschämung aussetzen könnten, wenn wir uns zeigen, wie es uns wirklich geht. Wenn wir unsere Emotionen erlauben. Das kann im Nervensystem einer Todesangst entsprechen! Das betrifft den öffentlichen Raum aber auch viele Familien, Freundschaften und Partnerschaften - wo wir oft nicht ganz wir selbst sind, sondern eine Maske zeigen vor unserer Verletzlichkeit - auch wenn wir das manchmal gar nicht bewusst merken, weil uns die Psyche vor der Problematik schützen will.

 

Zu unseren Emotionen im Körper vorzudringen, zu unserer Lebenskraft und ihr Ausdruck zu verleihen, durch Worte, auch Tränen, Zärtlichkeit, Bewegung - besonders anderen Menschen gegenüber, ist jedoch entscheidend, um die Lust am Leben zu befreien, um Verbundenheit und Sinn hier zu erfahren.